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Dienstag, 2. Oktober 2007

Verkaufe Musikalbum, Preis spielt keine Rolle

Grosse Diskussion im Moment um Radiohead: Die britische Band bringt ihr neues Album "Rainbow" heraus - und lässt die Fans auf der Webseite selbst entscheiden, wie viel sie dafür bezahlen wollen. Ob das nun ein Penny oder 50 Pfund sind. "Sind die meschugge geworden??", fragt Dani Rodrik verständlicherweise. Und gibt die Antwort darauf gerade selber: Natürlich nicht. Es ist zwar zu erwarten, dass der durchschnittlich bezahlte Preis tiefer sein wird als der Normalpreis für ein Musikalbum (aber, wie ein ähnliches Experiment gezeigt hat, vielleicht nicht um viel) - aber gleichzeitig werden auch Personen das Album kaufen, die bei einem fixen Preis nicht zugegriffen hätten (sozusagen eine freiwillige Preisdiskriminierung). Dieser Effekt wird durch die grosse Aufmerksamkeit, die dem Experiment von Radiohead zuteil wird, zusätzlich noch verstärkt.

Montag, 10. September 2007

Kann dieser Mann die Musikindustrie retten?

Die Antwort müsste in aller Kürze wohl lauten: Wenn einer, dann er. Der unrasierte Typ ist kein geringerer als Rick Rubin, Gründer des Labels Def Jam, der als einer der genialsten Musik-Produzenten überhaupt gilt (unter anderem hat er zehn Jahre lang mit Johnny Cash gearbeitet). Rubin ist seit neustem Vize-Chef des Musik-Giganten Columbia, und das Magazin der New York Times widmet ihm aus diesem Anlass ein ausführliches Portrait. Darin ist Rubins unkonventionelle Arbeitsweise beschrieben, sein Perfektionismus, wie er konzentriert und mit geschlossenen Augen neue Musik gleichsam aufsaugt. Und, ach ja, wegen der Rettung der Musikindustrie: Rubin schlägt ein Abonnementsmodell vor, bei dem man für eine monatliche Fixgebühr eine unbeschränkte Anzahl Musik über alle verfügbaren Kanäle beziehen kann. Doch nicht einmal er scheint davon vollständig überzeugt zu sein, geschweige denn seine Kollegen bei Columbia. Ökonomisch sehe ich denn Sinn eines solchen Modells auch nicht ein: Leute haben sehr unterschiedliche Zahlungsbereitschaft, wenn es um Musik geht - mit einem Flat-Rate-Abo verspielt man sich die Möglichkeit, das auszunützen.

Dienstag, 21. August 2007

Wenn Ökonomen AC/DC hören

Wirtschaftswissenschafter scheinen grundsätzlich neugierige Menschen zu sein. Das führt manchmal zu recht kuriosen Ergebnissen, zum Beispiel, wenn sie Geschlechterunterschiede mit Tennisstatistiken erklären wollen. Auch der Ökonom Robert Oxoby von der Universität Calgary hat eine ungewöhnliche Fragestellung gewählt: Er wollte herausfinden, ob Bon Scott oder Brian Johnson der bessere Lead-Sänger der Heavy-Metal-Gruppe AC/DC war. Scott war der ursprüngliche Sänger, der 1980 starb und dann durch Johnson ersetzt wurde. Seither herrscht unter Fans eine endlose Debatte, wer von beiden begabter war. Doch die Debatte hat dank Oxoby jetzt ein für alle Mal ein Ende: Probanden führten ein simples ökonomisches Experiment durch, bei dem sie entweder mit AC/DC-Songs von Scott oder Johnson beschallt wurden. Das eindeutige Ergebnis:

Having participants listen to songs by AC/DC in which Brian Johnson served as vocalist results in participants realizing more efficient outcomes. Thus, in terms of a singer’s ability to implemente efficient behavioral outcomes among listeners, our results suggest that Brian Johnson was a better vocalist than Bon Scott.

Zum Glück herrscht nun endlich Klarheit in dieser wichtigen Frage! [via]

UPDATE: Ach, schade: Wie sich herausgestellt hat, war die Studie nur ein Witz. In den Kommentaren zu diesem Post (Nr. 14) erklärt Oxoby, wie es dazu gekommen ist.