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Mittwoch, 22. August 2007

Warum weiss ich, dass es mich gibt bzw. weiss ich das überhaupt?

"Wenn unser Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, dann wären wir so dumm, dass wir es trotzdem nicht verstehen würden", schrieb der norwegische Schriftsteller Jostein Gaarder. Und tatsächlich ist die Forschung noch weit davon entfernt, das menschliche Hirn in seiner Gesamtheit zu verstehen. Aber Hirnforscher entschlüsseln immer mehr biologische Prozesse in unserem Gehirn und stellen damit Grundsätze der Philosophie in Frage. Haben wir überhaupt ein Selbstbewusstsein und einen freien Willen, oder sind das nur durch neuronale Aktivitäten hervorgerufene Täuschungen? In einem Interview mit der ZEIT versucht der Philosoph Thomas Metzinger, den Widerspruch aufzulösen. Der Mensch habe keine Seele und kein "substanzielles Selbst", erklärt Metzinger. Das "Selbst", die Identität eines Menschen sei kein Ding, sondern ein stetiger Prozess: "Wir finden nichts im Gehirn, was sich durch die Zeit hindurch hält und die Selbigkeit der Person garantiert."

Samstag, 11. August 2007

Als Wurm zum Ruhm

Die Wege zum Weltruhm sind vielfältig. Man muss dazu aber natürlich etwas Ausserordentliches geleistet haben. Dies gilt auch für Caenorhabditis elegans - der etwa einen Millimeter lange Wurm hat nämlich einen ausserordentlich einfachen Organismus und ist ausserordentlich genügsam. Dank dieser Attribute wurde das sonst eher bescheiden auftretende Tierchen zum umjubelten Star in der Forschergemeinschaft. Zigtausende Artikel befassen sich mit dem Leben und Wirken des Wurmes (das meist etwa zwei bis drei Wochen dauert). Die Vernetzung der 302 Neuronen in seinem Hirn ist ebenso vollständig entschlüsselt wie sein Genom. C. elegans ist in Laboratorien und deren Tiefkühlern auf der ganzen Welt zuhause und war sogar schon einmal im All, von wo er als einziger Überlebender zurückkam. Die bisher grösste Ehre erfuhr der Nematode im Jahr 2002, als sein Erforscher Sydney Brenner zusammen mit zwei Kollegen den Nobelpreis erhielt und in seiner Dankesrede sagte: "Zweifellos ist der vierte Gewinner heute C. elegans. Ihm gebührt die ganze Ehre - aber leider ist es ihm nicht möglich, am Preisgeld teilzuhaben."

Donnerstag, 9. August 2007

Willkommen bei McBrainwash!

Eigentlich ist es nicht wirklich erstaunlich: Forscher von der Universität Standford haben festgestellt, dass 3- bis 5-jährige Kinder Essen viel lieber mögen, wenn es in McDonalds-Verpackung daher kommt. Selbst wenn es sich beim Essen um simple Karotten handelt. Der Effekt ist um so stärker, je höher der Fernseh-Konsum der lieben Kleinen ist - und je mehr Werbung des Fast-Food-Giganten sie deshalb konsumieren. Das erinnert an die Szene aus dem Dokumentarfilm "Super Size Me", wo amerikanische Primarschüler auf Bildern, die man ihnen zeigt, Jesus mit George Bush verwechseln - aber Ronald McDonald immer zweifelsfrei identifizieren. Beängstigend? Ja, klar. Aber vielleicht funktioniert die Gehirnwäsche ja auch andersrum? Eltern müssten ihren Kindern dann einfach möglichst ekliges Essen in McDo-Verpackung vorsetzen, und schon wäre die Gefahr von einstiger Fettleibigkeit drastisch reduziert.

Montag, 6. August 2007

Tue Gutes und lande im Bett

Newsflash: Bei allem, was wir tun, geht es letztendlich um Sex. Sagt der Forscher Geoffrey Miller und meint das ziemlich wörtlich. Millers Ansicht nach ist auch das menschliche Hirn letztendlich ein Geschlechtsorgan und darauf angelegt, Sexualpartner anzuziehen. Sein Beispiel für den Beleg dieser These: Wohltätigkeit. Dabei, so Miller, geht es nur vermeintlich um Altruismus. Spenden für die Armen hat evolutionsbiologisch denselben Zweck wie exzessiver Konsum: Es ist ein Signal, dass man im Besitz von genügend Ressourcen (in diesem Fall Geld) ist - was einen für potenzielle Partner attraktiver macht. Paarungswillige sollten deshalb wohl aufhören, ihre Zeit auf Dating-Seiten zu verschwenden und sich dafür bei der Glückskette melden.