Posts mit dem Label evolution werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label evolution werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 8. Oktober 2007

Affen sind die besseren Ökonomen

Klassische ökonomische Modelle gehen oft davon aus, dass der Mensch ein Homo oeconomicus ist - ein rationaler Nutzenmaximierer. Das berühmte Ultimatum-Spiel (siehe auch hier) widerlegt diese Annahme eindrücklich: Menschen verhalten sich im ökonomischen Sinn irrational, weil sie Fairness höher gewichten. Doch wie sieht es mit unseren nächsten Verwandten aus? Ein Forscherteam hat das Ultimatum-Spiel mit Schimpansen durchgeführt. Das Ergebnis, berichten sie in Science (Volltext kostenpflichtig, hier ist das Abstract), ist eindeutig: Die Schimpansen haben keinerlei Sinn für Fairness und handeln genau so, wie die ökonomische Theorie voraussagt: streng nutzenmaximierend. Dieser Unterschied zwischen Mensch und Affe, schreibt der Economist, könnte der Grund für den evolutionären Erfolg der Menschen sein. Denn erst ein Sinn für Fairness erlaubt die Formung von grösseren sozialen Gruppen, ohne dass Trittbrettfahrer die Situation ausnützen.

Foto: basykes

Dienstag, 7. August 2007

In der Falle des Malthus

Warum kam es zur Industriellen Revolution? Die Antwort liegt in der Evolutionstheorie, sagt der Historiker Gregory Clark in einem neuen Buch, dass die New York Times bespricht. Vor der Industriellen Revolution war die englische Gesellschaft (die Clark untersucht) in der Malthus'schen Bevölkerungsfalle gefangen: Jedesmal, wenn technologischer Fortschritt die Produktivität erhöhte, stieg auch die Bevölkerungszahl und hielt damit das Pro-Kopf-Einkommen konstant. Über die Jahrhunderte, so kann Clark belegen, veränderte sich aber die Bevölkerung, weil tendenziell die Kinder der Reicheren überlebten. Damit - und mit diesem Argument begibt sich Clark auf dünnes Eis - verbreitete sich durch genetische oder kulturelle Vererbung ein neues Set von Werten in der Bevölkerung (wie etwa Vorsicht, Tüchtigkeit und eine Präferenz für Sparen über Konsum), welche es schlussendlich ermöglichten, den technologischen Fortschritt entscheidend zu beschleunigen. - Clarks These ist zwar interessant, aber sie scheint mir etwas gar simpel. Können sich Werte tatsächlich durch eine Gesellschaft "durch" vererben? Und haben wirklich die Reichen solche Werte besessen? Was unterschied den englischen Fall von anderen Ländern?

Montag, 6. August 2007

Tue Gutes und lande im Bett

Newsflash: Bei allem, was wir tun, geht es letztendlich um Sex. Sagt der Forscher Geoffrey Miller und meint das ziemlich wörtlich. Millers Ansicht nach ist auch das menschliche Hirn letztendlich ein Geschlechtsorgan und darauf angelegt, Sexualpartner anzuziehen. Sein Beispiel für den Beleg dieser These: Wohltätigkeit. Dabei, so Miller, geht es nur vermeintlich um Altruismus. Spenden für die Armen hat evolutionsbiologisch denselben Zweck wie exzessiver Konsum: Es ist ein Signal, dass man im Besitz von genügend Ressourcen (in diesem Fall Geld) ist - was einen für potenzielle Partner attraktiver macht. Paarungswillige sollten deshalb wohl aufhören, ihre Zeit auf Dating-Seiten zu verschwenden und sich dafür bei der Glückskette melden.