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Mittwoch, 24. Oktober 2007

Das Auge isst heute woanders

Zur Abwechslung hier mal ein Kochtipp. Und zwar in Form eines Rezeptes von Marcella Hazan für eine ebenso simple wie köstliche Pastasauce, die fast nur aus Zwiebeln besteht. Also: Ein gutes halbes Kilo Zwiebeln schälen, in dünne Scheiben schneiden und in reichlich Öl und Butter mit etwas Salz zugedeckt bei sehr (!) tiefer Hitze eine Stunde lang garen. Deckel abnehmen, Hitze erhöhen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Einen Schluck Weisswein dazugeben, verdampfen lassen und zum Schluss frische gehackte Petersilie hinzufügen. Das Ergebnis - bleiche, in sich zusammengefallene Zwiebelringe mit ebenso bleicher Pasta - ist wahrlich kein Fest fürs Auge. Durch das langsame Garen haben die Zwiebeln aber eine Süsse entwickelt, die sich hervorragend mit den Teigwaren versteht.

Dienstag, 25. September 2007

Schamlose Eigenwerbung (III)

Der heutigen NZZ liegt die erste Ausgabe des Studentenmagazins NZZ Campus bei, für das ich eine Reportage über StudiVZ sowie die Gastrokolumne "Studentenfutter" verfasst habe. Im Moment sind die Texte des Magazins online noch nicht verfügbar - sollten sie es noch werden, werde ich natürlich verlinken. In der Zwischenzeit gibt's nur eines: An den Kiosk gehen und kaufen ;-)

UPDATE: Also, online gibt's die Artikel nicht (schade), aber hier kann man NZZ Campus gratis bestellen.

Montag, 24. September 2007

Also doch Äpfel aus Südafrika?

Ich gehöre zu denjenigen Menschen, die beim Einkaufen im Supermarkt auf die Herkunft der Produkte achten. Niemals käme es mir in den Sinn, Äpfel aus Südafrika oder Chile zu kaufen - und für Leute, die das tun, habe ich nur Verachtung übrig. Denn schliesslich ist es ökologischer Unsinn, Esswaren um die halbe Welt zu transportieren. Dachte ich zumindest. Doch natürlich ist die ganze Angelegenheit unendlich viel komplizierter, schreibt die Financial Times. Wenn schon, dann müsste man den gesamten Energieverbrauch eines Nahrungsmittels während seiner "Lebensspanne" berechnen, und nicht nur den Transport betrachten. Dieses Vorhaben erweist sich aber als praktisch unmöglich. Schon im letzten Dezember hatte der Economist die Vorzüge von Bio-, Fairtrade- und lokale Nahrungsmitteln in Zweifel gezogen. Der Kauf dieser Produkte könne für den Planeten sogar schädlich sein. Also doch Äpfel aus Südafrika? Peperoni aus Holland? Erdbeeren aus Marokko? Nein. Denn vielleicht sind die lokalen Bio-Produkte nicht ganz so umweltfreundlich, wie ich gedacht habe - aber sie schmecken halt meistens doch besser als das weitgereiste Gewächshaus-Gemüse.

Foto: net_efekt

Freitag, 31. August 2007

Das Online-Müesli

Im ersten Moment mag die Idee ja absurd klingen: Das deutsche Internet-Startup MyMuesli.com lässt einen im Netz aus verschiedenen Zutaten sein eigenes Müesli mischen und bestellen - 566 Billionen Kombinationen sollen so möglich sein. Aber die Müeslimacher sind anscheinend sehr erfolgreich mit ihrer Idee. Was wohl daran liegt, dass sie gleich mehrere Trends geschickt ausnutzen: Individualismus - jeder will sein eigenes Müesli zusammenstellen und nicht ein "vorgemischtes" kaufen. Gleichzeitig lässt sich der eigene Mix dann den Freunden weiterempfehlen - es entsteht ein social network für Müesli. Die Müeslimacher setzen zudem konsequent auf Bioprodukte und schaffen mit ihrem kleinen Team eine Art von Transparenz und accountability (sorry, dafür gibt es einfach keine vernünftige Übersetzung ins Deutsche), die ein Grossverteiler nicht herstellen kann. Mehr noch: Als Internet-Firma hat MyMuesli ein viel grösseres Zielpublikum als, sagen wir, der Reformladen um die Ecke, der vielleicht ähnliche Produkte anbietet. Verbunden mit tieferen Kosten (keine Ladenmiete) kann MyMuesli es sich leisten, auch schwach nachgefragte Zutaten zu führen und damit die Auswahl zu vergrössern - ein klassischer Fall von "Long Tail"-Aggregation.

Dienstag, 28. August 2007

Sündiger Risotto

Eine nette Geschichte aus dem Tages-Anzeiger: Ein Teller Risotto verursacht in der Türkei gerade eine politische Krise. Das Reisgericht wurde dem Innenminister Osman Günes von einem Provinzgouverneur vorgesetzt. Günes, ein frommer Muslim der Regierungspartei AKP, fand den Risotto schmackhaft und fragte nach den Zutaten. Als er erfuhr, dass der Risotto mit Wein gekocht worden war, bezeichnete er das Gericht empört als "unrein" und stürmte aus dem Restaurant. Der Gouverneur war einige Tage später seinen Job los. Den in den Parlamentswahlen unterlegenen Säkularisten dient die Episode als Beweis dafür, dass es in der AKP - die ab heute mit Abdullah Gül wohl auch den türkischen Präsidenten stellen wird - von religiösen Fanatikern nur so wimmelt. Die Suppe, 'tschuldigung, der Risotto, wird dann aber wohl nur halb so heiss gegessen: Mehrere Geistliche haben den Risotto-Verzehr für unbedenklich erklärt und Günes muss sich vorhalten lassen, er habe überreagiert. Und so lange eine türkische Zeitung die Schlagzeile "Risotto verspeist Gouverneur" setzen kann, steht es um das politische Klima im Land wohl noch nicht so schlecht.

Donnerstag, 9. August 2007

Willkommen bei McBrainwash!

Eigentlich ist es nicht wirklich erstaunlich: Forscher von der Universität Standford haben festgestellt, dass 3- bis 5-jährige Kinder Essen viel lieber mögen, wenn es in McDonalds-Verpackung daher kommt. Selbst wenn es sich beim Essen um simple Karotten handelt. Der Effekt ist um so stärker, je höher der Fernseh-Konsum der lieben Kleinen ist - und je mehr Werbung des Fast-Food-Giganten sie deshalb konsumieren. Das erinnert an die Szene aus dem Dokumentarfilm "Super Size Me", wo amerikanische Primarschüler auf Bildern, die man ihnen zeigt, Jesus mit George Bush verwechseln - aber Ronald McDonald immer zweifelsfrei identifizieren. Beängstigend? Ja, klar. Aber vielleicht funktioniert die Gehirnwäsche ja auch andersrum? Eltern müssten ihren Kindern dann einfach möglichst ekliges Essen in McDo-Verpackung vorsetzen, und schon wäre die Gefahr von einstiger Fettleibigkeit drastisch reduziert.