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Donnerstag, 25. Oktober 2007

Microsoft kauft sich einen Krümel Facebook

Nun ist es also draussen: Im Rennen um eine Beteiligung am heissesten Internet-Startup, Facebook, hat Microsoft Google geschlagen. Microsoft kauft sich einen Krümel von Facebook, gerade mal 1,6 Prozent der Firma für 240 Millionen Dollar - was den Gesamtwert von Facebook auf grandiose 15 Milliarden Dollar setzt (bei einem erwarteten Umsatz von gerade mal 150 Millionen im Jahr 2007). Im Gegenzug wird die bereits bestehende Partnerschaft der Firmen im Werbebereich intensiviert. Die amerikanische Tech-Bloggerszene hyperventiliert ob den Neuigkeiten schon seit gestern Abend, kommt aber inzwischen mehrheitlich zu einer negativen Beurteilung des Deals. Denn der konkrete Nutzen für Microsoft bleibt weiterhin unklar. Der grosse Gewinner scheint im Moment Facebook zu sein, das mit dem Geldsegen die Expansion weitertreiben kann. Was wohl auch nötig ist - denn am 5. November, so hört man, will Google eine neue social networking-Plattform vorstellen.

Samstag, 29. September 2007

Von der Bürokratisierung von Freundschaften

Christine Rosen hat im New Atlantis einen ausgezeichneten Essay über die gesellschaftlichen Implikationen von Social-Networking-Seiten geschrieben. Rosen beobachtet eine "Bürokratisierung" der Freundschaften: Die Social-Networking-Seiten seien darauf angelegt, dass Benutzer so viele Freunde wie nur möglich hinzufügen möchten. Auch die von den Seiten benutzte Terminologie sieht Rosen als Beweis für den Wandel: Freundschaften werden dort nicht gepflegt, sondern "gemanagt". Und schlussendlich - und vielleicht etwas gar pessimistisch - sorgt sich die Autorin darum, dass persönliche Kontakte immer mehr durch virtuelle ersetzt werden:

Real intimacy requires risk—the risk of disapproval, of heartache, of being thought a fool. Social networking websites may make relationships more reliable, but whether those relationships can be humanly satisfying remains to be seen.

[via Nicholas Carr]

Dienstag, 25. September 2007

Schamlose Eigenwerbung (III)

Der heutigen NZZ liegt die erste Ausgabe des Studentenmagazins NZZ Campus bei, für das ich eine Reportage über StudiVZ sowie die Gastrokolumne "Studentenfutter" verfasst habe. Im Moment sind die Texte des Magazins online noch nicht verfügbar - sollten sie es noch werden, werde ich natürlich verlinken. In der Zwischenzeit gibt's nur eines: An den Kiosk gehen und kaufen ;-)

UPDATE: Also, online gibt's die Artikel nicht (schade), aber hier kann man NZZ Campus gratis bestellen.

Samstag, 8. September 2007

Die Wiedergeburt von FACTS

FACTS ist wieder da. Nicht mehr als defizitäres Hochglanz-News-Heftli, sondern als Web 2.0-Plattform in frugalem Design. Das neue FACTS soll ein "Netzwerk für News-Produzenten und News-Aficionados" sein, schreiben die Verantwortlichen, irgendwie eine Mischung aus News-Aggregator à la Digg und Social Network. Die Idee scheint mir zwar gut zu sein (aber nicht neu) - im Moment hat das neue FACTS aber noch einen seeeehr bescheidenen Funktionsumfang mit seeehr beschränktem Nutzen. Die Entwickler versprechen dazu baldige Verbesserungen, inklusive eines bisher geheimen "wirklich, wirklich coolen innovativen Features". Mit einem abschliessenden Urteil über die "erste richtige Web 2.0-Seite eines Schweizer Medienhauses" (Eigenwerbung) wird man also noch etwas zuwarten müssen. Was sich jetzt schon sagen lässt: Vielleicht wäre es schlauer gewesen, noch ein wenig länger im stillen Kämmerchen am Produkt rumzubasteln.

NACHTRAG: Auch mein Blog ist nun ein "Channel" auf Facts.

Sonntag, 2. September 2007

In Kürze: Keine Sofakartoffeln, Hacker gegen Estland und Anti-Social-Networking

Das Ende der Sofakartoffel. Die FAZ analysiert die Veränderungen im deutschen Medienmarkt.

Hackers take down the most wired country in Europe
. Im März wurde Estland das Opfer eines koordinierten Hacker-Angriffs. Wired erzählt die Geschichte der spektakulären Attacke.

NOSO, das Anti-Social-Network.
"The NOSO experience offers a unique opportunity to create NO Connections by scheduling NO Events with other NO Friends."


Freitag, 31. August 2007

Das Online-Müesli

Im ersten Moment mag die Idee ja absurd klingen: Das deutsche Internet-Startup MyMuesli.com lässt einen im Netz aus verschiedenen Zutaten sein eigenes Müesli mischen und bestellen - 566 Billionen Kombinationen sollen so möglich sein. Aber die Müeslimacher sind anscheinend sehr erfolgreich mit ihrer Idee. Was wohl daran liegt, dass sie gleich mehrere Trends geschickt ausnutzen: Individualismus - jeder will sein eigenes Müesli zusammenstellen und nicht ein "vorgemischtes" kaufen. Gleichzeitig lässt sich der eigene Mix dann den Freunden weiterempfehlen - es entsteht ein social network für Müesli. Die Müeslimacher setzen zudem konsequent auf Bioprodukte und schaffen mit ihrem kleinen Team eine Art von Transparenz und accountability (sorry, dafür gibt es einfach keine vernünftige Übersetzung ins Deutsche), die ein Grossverteiler nicht herstellen kann. Mehr noch: Als Internet-Firma hat MyMuesli ein viel grösseres Zielpublikum als, sagen wir, der Reformladen um die Ecke, der vielleicht ähnliche Produkte anbietet. Verbunden mit tieferen Kosten (keine Ladenmiete) kann MyMuesli es sich leisten, auch schwach nachgefragte Zutaten zu führen und damit die Auswahl zu vergrössern - ein klassischer Fall von "Long Tail"-Aggregation.

Freitag, 24. August 2007

"Freunde" und Freunde

"'Willst Du mein Freund sein?' - kaum ein Satz hat in den letzten Jahren eine so vollständige Bedeutungs-Deflation erlebt wie dieser", schrieb Spiegel Online kürzlich. Auf Social-Networking-Seiten wie Facebook (siehe unten) haben wir nicht nur Dutzende von entfernten Bekannten als "Freunde" aufgeführt - sie sind auch nicht von den echten Freunden zu unterscheiden. Im virtuellen Raum wird unser ganzes soziales Netzwerk auf eine binäre Unterscheidung eingedampft: Es gibt Freunde und Nicht-Freunde. Die unzähligen feinen Unterschiede verschwinden, und damit auch die Möglichkeit, mit verschiedenen Personen aus dem sozialen Netzwerk verschieden zu interagieren. Was ich auf Facebook mache, sehen eben nicht nur meine Freunde, sondern auch meine "Freunde". Was die Social-Networking-Seiten dringend brauchen, findet auch Scott Karp, ist eine Möglichkeit, die unterschiedlichen Beziehungen innerhalb des Netzwerkes genauer zu definieren: "Human relationships don’t operate on a single, always on setting." Erst wenn sich die Unterschiede zwischen den Beziehungen auch im Internet "nachmodellieren" lassen, können Social-Networking-Seiten von einem blossen Zeitvertrieb zu einem wirklich nützlichen Instrument werden.

UPDATE: Auch Jeff Jarvis würde gerne zwischen "Freunden" und Freunden unterscheiden können.

Montag, 6. August 2007

Ein ganzes Bouquet voller Facebook-Geschichten

Jaaa, ich weiss, ich habe in diesem Blog schon mal über Facebook geschrieben. Ich versuche, nicht monothematisch zu werden - die Häufung kommt davon, dass ich gerade einen Artikel über Facebook schreibe. Hier in gebotener Kürze ein paar spannende Geschichten:

Scoble auf Facebook: Der bekannte amerikanische Blogger Robert Scoble benutzt sein Facebook-Profil als Aggregator für seinen Blog, seine Videos, und seine Twitter- und Pownce-Miniblogs. Letztendlich ist sein Profil damit eine Informationsplattform. Wer es sehen will, muss Robert als Freund hinzufügen (er akzeptiert alle). Interessante Idee, aber etwas unübersichtlich.

Gruftis auf Facebook: Business Week über die Zunahme älterer Facebook-Nutzer - und die Vor- und Nachteile, die das mit sich bringt.

Was ist Facebook wirklich wert? Zwischen 4,5 und 7 Milliarden Dollar, sagt Bear Stearns in dieser Präsentation.

Schlag ins Gesicht: Wired kritisiert Facebook und andere Social-Network-Seiten als "eingehagte Gärten" und fordert einen offenen Standard für soziale Netzwerke.