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Montag, 29. Oktober 2007

Viel Neues im Westen

Nun ist "DerWesten", das Online-Portal der WAZ Mediengruppe, also endlich gestartet. Die versammelte deutschsprachige Blogosphäre schreibt sich darüber bereits die Finger wund. Deshalb nur ein paar erste Eindrücke:

Aufgeräumtes, schlankes Design. Multimediale Inhalte. Blogs. Tagging. Geo-Tagging. Ein Bereich für nutzergenerierte Inhalte. Viele verschiedene Feeds (nach Themen oder Städten). Blogs (unter anderem ein Korrekturblog).

Klar, das ist alles nicht wahnsinnig innovativ und insgesamt vielleicht "kein grosser Wurf". Aber wenn man sich so die anderen Websites von Zeitungen in Deutschland und der Schweiz anschaut, dann ist "DerWesten" eigentlich doch ziemlich gut gemacht.

Freitag, 31. August 2007

Das Online-Müesli

Im ersten Moment mag die Idee ja absurd klingen: Das deutsche Internet-Startup MyMuesli.com lässt einen im Netz aus verschiedenen Zutaten sein eigenes Müesli mischen und bestellen - 566 Billionen Kombinationen sollen so möglich sein. Aber die Müeslimacher sind anscheinend sehr erfolgreich mit ihrer Idee. Was wohl daran liegt, dass sie gleich mehrere Trends geschickt ausnutzen: Individualismus - jeder will sein eigenes Müesli zusammenstellen und nicht ein "vorgemischtes" kaufen. Gleichzeitig lässt sich der eigene Mix dann den Freunden weiterempfehlen - es entsteht ein social network für Müesli. Die Müeslimacher setzen zudem konsequent auf Bioprodukte und schaffen mit ihrem kleinen Team eine Art von Transparenz und accountability (sorry, dafür gibt es einfach keine vernünftige Übersetzung ins Deutsche), die ein Grossverteiler nicht herstellen kann. Mehr noch: Als Internet-Firma hat MyMuesli ein viel grösseres Zielpublikum als, sagen wir, der Reformladen um die Ecke, der vielleicht ähnliche Produkte anbietet. Verbunden mit tieferen Kosten (keine Ladenmiete) kann MyMuesli es sich leisten, auch schwach nachgefragte Zutaten zu führen und damit die Auswahl zu vergrössern - ein klassischer Fall von "Long Tail"-Aggregation.

Donnerstag, 23. August 2007

Wie man zum Schimpfwort wird

Wer kannte vor einer Woche schon Mügeln? Eine Kleinstadt in Sachsen, knapp 5000 Einwohner, hohe Arbeitslosigkeit. Jetzt kennen alle Mügeln. Am Sonntagabend artete eine Rempelei am Stadtfest aus und ein wildgewordener Mob jagte acht Inder durch die Strassen. Seither haben alle Medien des Landes ihre grellsten Scheinwerfer auf das Städtchen gerichtet - Mügeln ist Schandfleck und Schimpfwort geworden. Bei ihnen gebe es keine organisierte rechtsextreme Szene, versuchte der Mügelner Bürgermeister noch zu beschwichtigen - und hat damit die Debatte wohl eher noch angeheizt. Wie können sich "normale" Bürger plötzlich in eine ausländerfeindliche Horde verwandeln? Der Grund für die latente Xenophobie, so lautet das Fazit, ist die Arbeits- und Perspektivenlosigkeit und eine fehlende politische Kultur, die das Wegschauen fördert. Diese Phänomene sind nicht neu, und sie betreffen nicht nur Mügeln, sondern auch andere Teile Ostdeutschlands. Doch mit den Ausschreitungen am Sonntag ist die Stadt zum medialen Symbol aufgestiegen - ein Stigma, das sie kaum so schnell wieder los sein wird.