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Dienstag, 23. Oktober 2007

Gott sorgt für Wirtschaftswachstum

Also gut: Nicht wirklich Gott selber, aber zumindest der Glaube an ihn. Präziser: Der Glaube nur an ihn, und nicht an mehrere Götter. Das behauptet auf jeden Fall der Ökonom Murat Iyigun (für extrem treue Leser dieses Blogs mit extrem gutem Gedächtnis: Das ist der, der einen Zusammenhang zwischen den Ottomanen und dem Protestantismus konstruiert hat) in einem neuen Paper (via Borjas). Das Aufkommen monotheistischer Religionen, so Iyigun, habe die ökonomische Entwicklung in den jeweiligen Weltreligionen angetrieben. Und zwar aus zwei Gründen: Einerseits habe der Monotheismus den Aufbau religiöser Machtstrukturen begünstigt, die wiederum für eine gewisse politische Stabilität sorgten. Und andererseits habe der Glaube an ein Leben nach dem Tod die persönliche Verantwortlichkeit der Menschen erhöht - im Klartext: Wer betrügt, muss auch nach dem Tod dafür büssen. Dies führte dann zu mehr Vertrauen unter den Marktteilnehmern, was das Wachstum begünstigte. - Ich bin sicher, die katholische Kirche wird über die Forschungsergebnisse hoch erfreut sein.

Donnerstag, 20. September 2007

Meine Damen und Herren: Die am schnellsten wachsende Seite im Internet

Welche Seite auf dem ganzen Netz hatte im vergangenen August wohl den grössten Besucherzuwachs (prozentual gerechnet)? Könnte es etwa Google sein? Neeee. MySpace? Ach, schon lange vorbei. Facebook? Ach was. YouTube? Na, immerhin schon ein bisschen wärmer. Denn die Seite mit dem grössten Besucherzuwachs (plus 973 Prozent) war GodTube. Ja, richtig: Eine Video-Plattform für Christen. Nun ist natürlich ein Teil dieses enormen Prozentwachstums darauf zurückzuführen, dass die Seite noch jung ist und deshalb schnell wächst. Aber immerhin, GodTube (dessen Tagline ebenfalls in Anlehnung an Youtube "Broadcast Him" lautet) hat drei Millionen Besucher pro Monat, was ihren CEO schon dazu verleitet, von "Jesus 2.0" zu sprechen. Und was gibt es auf GodTube zu sehen? Das am meisten angeschaute Video zeigt ein kleines Mädchen, das den Psalm 23 aufsagt. Süss, natürlich, aber sollten 4-jährige wirklich schon Psalmen auswendig können? Lustiger sind da auf jeden Fall die christlichen Parodien von Apples "I'm a PC. I'm a Mac"-Werbespots.

UPDATE: Es gibt auch JewTube.

Sonntag, 1. Juli 2007

Schöner leben dank den Ottomanen

Das Aufkommen des Protestantismus in Europa fiel zeitlich mit der Blütezeit des Ottomanischen Reiches im 15. und frühen 16. Jahrhunderts zusammen, das in dieser Zeit auch eine ernst zu nehmende militärische Bedrohung für die Europäer darstellte. Einige Historiker argumentieren deshalb, dass die Gefahr von aussen die Entwicklung neuer religiöser Institutionen begünstigt hat. Murat Iyigun, Ökonomie-Professor aus Colorado, hat versucht, diese These empirisch zu überprüfen:

I find strong empirical support for the idea that Ottoman military engagements in continental Europe lowered the number and extent of violent conflicts among and within the European states. Ottomans’ influence in Europe extended to the feud between the Protestant Reformers and the Catholic establishment: during the time between the birth of Lutheranism and the end of the Thirty-Years War, the likelihood and timing of military engagements between the Protestant Reformers and the Counter-Reformation forces depended negatively and statistically significantly on Ottomans’ military activities in Europe.
[via]