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Freitag, 26. Oktober 2007

Guter Araber, böser Araber

Ich war gestern an einer Vorpremiere des Hollywood-Films "The Kingdom", welche die Uni Genf organisiert hat. Der Film erzählt die Geschichte eines FBI-Teams, das nach einem verheerenden Bombenanschlag auf eine amerikanische Siedlung in Riad nach Saudi-Arabien fliegt, um die für das Attentat verantwortlichen Terroristen dingfest zu machen. Nach anfänglichen Problemen mit der saudischen Polizei entwickelt sich nach und nach eine Zusammenarbeit. - Der Film ist, wie nicht anders zu erwarten, handwerklich perfekt gemacht, mit jener von Fernseh-Liveübertragungen und Serien wie "24" entlehnten Unmittelbarkeits-Ästhetik, die Authentizität vermitteln sollen. Ansonsten kann man den Machern immerhin zugute halten, dass sie versuchen, Elemente der saudi-arabischen Kultur und Gesellschaft wahrheitsgetreu zu vermitteln. Leider geht damit die politische Dimension - sowohl des Terrorismus als auch der amerikanisch-saudischen Beziehungen - völlig verloren. So bleibt am Schluss nur die Einsicht, dass es offensichtlich gute Araber (die mit den Amis die Terroristen jagen, und, natürlich, dafür ihr Leben lassen müssen) und böse Araber (die auch umkommen, aber Palästinensertücher tragen und "Allahu akbar" rufen, wenn sie von Kugel getroffen werden) gibt.

Dienstag, 18. September 2007

Wie wird einer zum Terroristen?

Ich habe hier bereits einmal kurz auf die Untersuchungen des Ökonomen Alan Krueger hingewiesen. Krueger hat nun ein Buch mit dem Titel "What makes a terrorist?" geschrieben, in dem er mit statistischen Methoden die Gründe des Terrorismus zu erforschen versucht. In einem Artikel für VoxEU fasst er seine wichtigsten Erkenntnisse zusammen: Terrorismus wird nicht durch Armut erzeugt; nicht durch schlechte Ausbildung; und nicht durch eine bestimmte religiöse Ausrichtung. Terroristen, argumentiert Krueger, sind auch keine Geistesgestörten. Sie haben ein bestimmtes Ziel, wollen gegen einen bestimmten Missstand protestieren, und sind dafür bereit, das Leben von anderen und sogar ihr eigenes zu opfern. Und entsprechend, schreibt Krueger, gibt es eine starke Korrelation zwischen mangelhaft ausgeprägten politischen Rechten und der Entstehung von Terrorismus: Leute, die keine oder nur wenige Möglichkeiten haben, friedlich gegen Missstände zu protestieren, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, zum Terrorismus als ultima ratio zu greifen.